Entstehung des Städtebaulichen Masterplans Innenstadt Köln

Motivation und Initiative

Der Zustand des öffentlichen Raums in der Innenstadt, speziell rund um den Dom und im Opernquartier bot aus standortpolitischen Gründen dringenden Handlungsbedarf. Trotz einigen herausragenden städtebaulichen Highlights waren eine insgesamt uneinheitliche Gestaltung des öffentlichen Raums, Verkehrsstaus und mangelnde Pflege Grund für ein Engagement. Aus dieser Situation heraus entstand aus der Mitte der Kölner Wirtschaft der Impuls für die Erstellung eines städtebaulichen Masterplans für die Innenstadt und Deutz. In der Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK Köln) bildete eine Gruppe von interessierten Unternehmern, die die Stadtgestaltung und die Pflege des öffentlichen Raumes konstruktiv kritisch begleiten wollten, einen Arbeitskreis, an dessen Spitze Paul Bauwens-Adenauer, damals Vizepräsident der IHK Köln, stand.
 

Vereinsgründung

Aus dem Arbeitskreis heraus gründeten Unternehmer 2006 den Verein „Unternehmer für die Region Köln e. V.“ (URK), der satzungsgemäß das Ziel verfolgte, stadtentwicklungspolitische Maßnahmen in Köln und der Region zu fördern und zu begleiten. Damit war die Organisationsform für die Beauftragung des Städtebaulichen Masterplans für die Innenstadt Köln geschaffen. Die IHK Köln ist Mitgründerin des Vereins und unterstützt dessen Arbeit bis heute.
 

Finanzierung

37 Unternehmen aus Köln und der Region erklärten sich bereit, einen Sponsorenbeitrag zu leisten. Obwohl einige der Sponsoren mit ihrem Unternehmenssitz nicht in der Innenstadt von Köln ansässig sind, so war doch allen bewusst, dass eine aufgeräumte, baulich interessant gestaltete und mit vernünftigen Wegebeziehungen ausgestattete Innenstadt einen Mehrwert für die Stadt und die Region, für den Standort und die Wirtschaft insgesamt hatte.
 

Kooperation

Wichtigste Komponente im Erarbeitungsprozess war die von Anbeginn enge Einbindung des Rates und der Verwaltung der Stadt Köln. Die Idee des Masterplans stieß auf offene Bereitschaft, Sympathie und Neugierde. Am 5. Mai 2009 beschließt der Rat der Stadt Köln den städtebaulichen Masterplan Innenstadt Köln als grundsätzliche Handlungsempfehlung und strategische Zielausrichtung für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt.
 

Beauftragung

Der Verein existierte, die Finanzierung war gesichert und Politik und Verwaltung eingebunden – nun galt es, einen passenden Auftragnehmer zu finden. Alle Beteiligten begrüßten die Idee, einen externen Städteplaner zu finden, der den Blick auf Köln wagte. Ausgewählt wurde deshalb das international renommierte Stadtplanungs- und Architekturbüro AS&P – Albert Speer & Partner GmbH, Frankfurt am Main. Unter großem Medieninteresse und in Anwesenheit des damaligen Oberbürgermeisters Fritz Schramma sowie geladener Gäste erteilte der Verein am 1. August 2007 den Planungsauftrag. Der Vertrag gab inhaltlich nur die Erarbeitung eines städtebaulichen Masterplanes für die Innenstadt Kölns vor – ohne Einschränkungen, Vorgaben oder gar Einzelmaßgaben.
 

Erarbeitungsprozess und Kommunikation

15 Monate dauerte die Erarbeitung des Masterplans. Während dieser Zeit informierte das AS&P-Planungsteam fortlaufend über den Stand der Planung. Das breit angelegte öffentliche Erarbeitungsverfahren gewährleistete einen qualitätsvollen und konsensfähigen Planungsprozess. Um eine ertragreiche Debatte sicherzustellen wurden zahlreiche Veranstaltungen organisiert und durch das von der Stadt Köln beauftragte Architektur- und Planungsbüro Freischlad + Holz, Darmstadt, moderiert. Die Erstellung des Masterplans war in drei Phasen unterteilt: Erkundungsphase, Vertiefungsphase und Ergebnisphase. In der Erkundungsphase verschaffte sich das Planungsteam in Gesprächen mit diversen Kölner Ämtern, Institutionen und Wirtschaftsvertretern einen Überblick über vorhandene Planungen, Gutachten und begonnene Projekte. Anschließend wurde in der Vertiefungsphase der Masterplan im Entwurf erarbeitet. In der Ergebnisphase wurden die Anregungen aus den öffentlichen Veranstaltungen eingebaut und der Masterplan in seiner Schlussfassung erstellt. In allen Phasen gab es Veranstaltungen mit dem Büro AS+P:

  • Auf der Ebene von Verwaltung und Politik fanden sechs sog., Ämter+ Runden“ und zwei Workshops statt.
  • In vier Werkstattgesprächen erörterten Vertreter der Fachöffentlichkeit (u. a. Wirtschaft, Kultur, Kirchen, Hochschulen, Verbänden und Initiativen) spezifische Problemlagen und Handlungsnotwendigkeiten, Planungsansätze sowie den Entwurf des Masterplans.
  • Bei vier Innenstadtforen konnte sich die interessierte Öffentlichkeit über die Arbeiten informieren und Anregungen und Hinweise an die Planung geben.

Inhalte des Masterplans

Der Masterplan bietet ein Rahmenkonzept mit konkreten Empfehlungen zur kurz-, mittel- und langfristigen Entwicklung der Kölner Innenstadt. Für insgesamt sieben Interventionsräume macht der Masterplan Vorschläge: Stadtraum Rhein, Ringe, Innerer Grüngürtel, Ost-West-Achse, Nord-Süd-Fahrt, Kernzone, Rechte Rheinseite.

Umsetzung

Am 27. November 2008 wurde der Masterplan von AS+P an den Verein Unternehmer für die Region Köln e. V.  übergeben. Bei einer Veranstaltung im Hochhaus der DKV-Versicherung im obersten Stockwerk – wieder mit Blick auf die Stadt von oben –, wurde der fertige Plan Politik, Verwaltung, Medien, Sponsoren und Fachwelt vorgestellt. Anschließend übergab Paul Bauwens-Adenauer als Vorsitzender des Vereins Unternehmer für die Region Köln e. V. den Plan an den damaligen Oberbürgermeister Fritz Schramma. Am 5. Mai 2009 beschloss der Rat der Stadt Köln den Masterplan als städtebauliche Leitlinie für die Innenstadt Kölns.
Seither werden die Projekte des städtebaulichen Masterplans schrittweise realisiert und durch die Lenkungsgruppe Masterplan begleitet. Als reine Arbeitsgruppe berät sie unter anderem zu Fachfragen, Prioritätenfestlegung sowie zur inhaltlichen Weiterentwicklung des Masterplans.