Kap 686

Seltsam fühlt es sich manchmal noch an, dass es auf dem Roncalliplatz so ruhig geworden ist. 25 Jahre lang diente der Platz als Treffpunkt der Kölner Skateszene, die dort immer – tags und abends, im Sommer wie im Winter – anzutreffen war. Doch sie war zu laut, zu schnell und hinterließ Spuren. Forderungen wurden laut, das Skaten am Dom ganz zu verbieten. Ohne Alternative aber ließen sich die Skater nicht vertreiben. Sie gründeten 2007 den Verein Dom Skateboarding e.V., um mit der Stadt erst diskutieren und anschließend planen zu können. Ein attraktiver und immer noch vergleichsweise zentral gelegener Standort fand sich schließlich an der Südspitze des Rheinauhafens auf einem Grundstück, das zwar gut erschlossen, aber als Retentionsfläche für den Hochwasserschutz ausgewiesen war und demzufolge nicht bebaut werden durfte. Gemeinsam mit metrobox architekten wurde für diesen Ort ein 2000 Quadratmeter großer Skatepark entwickelt, in dem sich viele vormals vertraute Elemente wiederfinden. Denn die Skater wünschten sich einen urbanen Raum, der - wie die reelle Stadt - Hindernisse und Herausforderungen bietet, nur sollten die Treppen, Kanten, Geländer und Grünflächen neu interpretiert, besser zueinander platziert und haltbarer sein. metrobox architekten übernahmen die lineare Ordnung des Rheinauhafens und schrieben sie mit einer für das Street-Skateboarding optimierten Stadtlandschaft fort. Darin erheben sich außergewöhnliche Skateobjekte aus geglättetem Beton – aus einer steinernen Grundfläche, die an anderen Stellen von Rasenstücken und Bäumen aufgebrochen wird.

Heute erscheint die Südspitze des Rheinauhafens als ein hybrider Ort, der die Qualitäten einer Sportanlage mit denen eines städtischen Platzes verbindet. Am Kap 686 wird der Rheinauhafen plötzlich lebendig; hierhin zieht es nicht nur Skater, sondern auch die, die ihnen gerne zuschauen.
 


Planungsprozess

Sachstand Fertigstellung 2011
Beteiligte metrobox architekten (Köln), Dom Skateboarding e. V., Stadt Köln
Auszeichnung IOC/IAKS Award 2013 (Internationales Olympisches Komitee, Internationale Vereinigung für Sport- und Freizeitreinrichtungen), Bronze