Ottoplatz

„Es tut der Stadt gut, dass es Diskussionen um das Erscheinungsbild des öffentlichen Raums gibt“, sagte Baudezernent Franz-Josef Höing in einer Diskussion um die Neugestaltung des Ottoplatzes. Dieser ist eine steinerne Fläche, zwei Stufen höher als seine Umgebung, aus der sich zwei lange Bänke erheben, die von fünf jungen Bäumen umstanden sind. Ein Bahnhofsvorplatz im besten Sinne, der allen verkehrstechnischen Ansprüchen Genüge tut und den Reisenden im Moment des Kommens oder Gehens visuelle Ruhe und Orientierung bietet. Mehr nicht, denn das ist bereits eine große Aufgabe. Es ist kein Ort für Kontemplation, kein Park und kein Spielplatz, sondern ein Stadtentree. 1913 gebaut, galt der Bahnhof schon bald als ein Symbol für die städtebauliche Umgestaltung in Deutz, die mit dem kontinuierlichen Ausbau der Messe und dem von Fritz Encke geplanten Volkspark am Rheinufer fortgesetzt wurde. Doch mit der Erweiterung der Verkehrsflächen und der angrenzenden Bebauung waren die früheren Bezüge, die Achsen und Ordnung im Bereich des Bahnhofs verloren gegangen und entsprachen bei Weitem nicht dem Bild des zukunftsweisenden Standorts, das Deutz nach dem Ausbau der Messe, der MesseCity Köln (MCK) und des Bahnhofs zum ICE-Knotenpunkt vermitteln soll. Mit der Neugestaltung des Ottoplatzes durch die Berliner Landschaftsarchitekten bbzl nimmt das historische Bahnhofsgebäude wieder die zentrale Position auf dem Platz ein. Dieser ist nun bis auf die umfassend restaurierte Vorfahrt autofrei und mit einem in Längsrichtung verlaufenden Belag aus verschiedenfarbigen Muschelkalkplatten als räumliche Einheit gekennzeichnet. Jedem der angrenzenden Gebäude – auch den zukünftigen – ist ein eigener, durch hellere Platten gekennzeichneter Vorplatz zugewiesen. Zusätzliche Baumsetzungen ergänzen die fehlenden räumlichen Kanten und vermitteln zwischen den unterschiedlichen Gebäudehöhen. Es müssen also nicht immer Pauken und Trompeten sein: Die Gestaltung des Ottoplatzes – schlicht, schön und konsequent – eröffnet für Deutz als Messestandort ebenso wie als Veedel eine neue Perspektive.
 


Planungsprozess

  • Städtebaulicher Realisierungswettbewerb für die Neugestaltung des Ottoplatzes und des Messeplatzes am Bahnhof Köln Messe/Deutz 2005
  • Projekt im Rahmen der Regionale 2010
  • Fertigstellung 2014

Auszeichnungen Anerkennung Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2017
Beteiligte Landschaftsarchitektur Ottoplatz: bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau (Berlin), Verkehrsplanung Opladener Straße und Auenweg: ISAPLAN Ingenieur GmbH (Leverkusen), Stadt Köln