MiQua Jüdisches Museum in der Archäologischen Zone


Zwischen Rathausplatz und Wallraf-Richartz-Museum öffnet sich die Stadtgeschichte als begehbare Vitrine – ein hochsensibles Terrain, das als Doppelmuseum mit dem Namen MiQua Jüdisches Museum in der Archäologischen Zone einen bedeutenden Baustein der Via Culturalis bilden wird. Hier befand sich der wichtigste Teil des administrativen Zentrums der ehemaligen römischen Provinz Niedergermanien, der frühmittelalterliche Palast der fränkischen, merowingischen und karolingischen Könige und Hausmeier, die Ursprungsbauten des Kölner Rathauses mit allen Nachfolgebauten bis ins Spätmittelalter sowie eines der bedeutendsten jüdischen Stadtquartiere Europas. Der von Wandel Lorch Architekten entworfene Museumskomplex bildet das Phänomen der Zeitschichten, die zu einem wesentlichen Merkmal der Kulturachse geworden sind, auf eine sehr anschauliche und sensible Weise in seiner Architektur ab. Wie ein Schutzbau soll das Jüdische Museum über dem Grabungsfeld sitzen, es nicht deckeln, kaum berühren, sondern sichtbar machen. Das Schwere liegt über dem Leichten, Stein über Glas, dunkel über hell. Das große Volumen des Baus löst sich in den Faltungen des Dachs in die kleinteilige Form der mittelalterlichen Stadt auf.

Mit dem Museumsbau werden sowohl der Rathausplatz wie auch die einmündenden Gassen in ihrem historischen Maßstab wieder hergestellt. Dort, wo die Enge des historischen Stadtquartiers spürbar sein wird, liegen die Eingänge, einer auf dem Rathausplatz, ein anderer dem des Walraff-Richartz-Museums gegenüber. Ursprünglich als zwei Museen geplant, haben sich die Archäologische Zone und das Jüdische Museum im Verlauf der Planungen konzeptionell angenähert und die strikte Trennung mit gemeinsamer Erschließung und einem großen Rundweg aufgehoben. Dieser leitet die Besucher zunächst hoch in die erste Ebene des Jüdischen Museums, dessen Ausstellungsräume um die Lufträume über Synagoge und Mikwe organisiert sind. Etliche Meter tiefer, und damit unter Straßenniveau, führt der 600 Meter lange Parcours über Wege und Stege durch die Zeugnisse der Spätantike, der Römerzeit und des Mittelalters zurück ins Heute. Denn in unserer Zeit soll das Museum seinen Platz finden, um die Geschichte für morgen zu bewahren.

 


Planungsprozess

  • Wettbewerb 2008
  • in Umsetzung

Beteiligte Preisträger 2008: Wandel Hoefer Lorch + Hirsch (Saarbrücken), weitere Planung: Wandel Lorch Architekten BDA und Stadtplaner WHL GmbH (Saarbrücken), Landschaftsarchitekten TOPOTEK 1 (Berlin), LVR Landschaftsverband Rheinland, Stadt Köln