Domumgebung Ost


Schritt für Schritt arbeiten Stadt und Dom an der Lösung ihrer größten gemeinsamen Aufgabe, der Neugestaltung der Domumgebung. Seit 2013 wurde nach einem intensiven Planungsprozess die östliche Domumgebung zwischen Chor und Museum Ludwig nach einem Konzept von Allmann Sattler Wappner umgestaltet. Zwischen dem Werkstattgebäude des Museums Ludwig, Domherrenfriedhof und Bahnhof, wo die Mängel der Domplatte besonders augenfällig waren, wurden große Teile der Betonplatte abgerissen. Mehr Tageslicht, weniger Tunnel und ein kultureller Mehrwert sollen die untere Ebene für Fußgänger nicht nur möglich, sondern sogar attraktiv machen; im Gegensatz zu den 1970er Jahren legte man bei der heutigen Planung viel Wert auf boulevardartige Fuß- und Radwege und reduzierte die Anzahl der Autofahrspuren von zwei auf jeweils eine pro Richtung. Durch den Teilabbruch der Domplatte wurde der Bau einer auf den Haupteingang des Museums Ludwig gerichteten Treppe möglich. Eine geschwungene Rampentreppe stellt auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine direkte Verbindung zwischen Domplatte und Baptisterium her, das nun , seiner historischen und kulturellen Bedeutung entsprechend, in einer angemessenen Weise in den Domsockel integriert und damit auch im Stadtraum verankert wird. Vor dem Baptisterium hat nun auch der Dionysos-Brunnen einen neuen Standort bekommen und soll damit Teil des künftig als informelles Straßenmuseum genutzten Sockelbereichs werden. In dessen Natursteinfassung sind Schauräume integriert, die von der Dombauhütte und dem Römisch-Germanischen Museum kuratiert werden. Auf der östlichen Tunnelwand werden die Kölner Philharmonie und das Museum Ludwig mit Hilfe eines elektronischen „Medienbandes“ eine informative Bespielung etablieren. Insgesamt nimmt die Neugestaltung des Tunnels, auch durch die Verwendung von hellen Verkleidungsplatten bei optimierter Ausleuchtung dem ehemaligen „Angstraum“ seine negative Wirkung und wertet damit die Fußgängerverbindung vom Bahnhof in die Altstadt deutlich auf.

Ein wesentlicher Planungsgrundsatz der Gesamtmaßnahme Domumgebung Ost war es, die ehemals topografisch herausgehobene Lage des Doms auf dem Domhügel durch die Freilegung und Betonung des Domsockels wieder ablesbar werden zu lassen. Dieses Ziel wurde in überzeugender Weise erreicht.


Planungsprozess

  • Wettbewerb 2002
  • Moderiertes Beteiligungsverfahren 2010 zur Erarbeitung des „Städtebaulichen Gesamtkonzeptes Domumgebung“ , Nachfolgend Umsetzung in vier Bauabschnitten
  • Baubeginn Bauabschnitte 1 und 3 in 2013
  • Eröffnung Baptisterium und Fertigstellung wesentlicher Bauteile 2016
  • Fertigstellung Gesamtanlage 2017

Beteiligte Planung Allmann Sattler Wappner Architekten (München), Stadt Köln