Via Culturalis

Oswald Mathias Ungers war wohl der erste, der diese Achse durch Kölns historische Mitte als Via Culturalisbezeichnete. Selten bildet sich die 2000-jährige Geschichte der Stadt, ihres Glaubens, ihrer Kultur und ihrer Architektur, in einer solchen Intensität ab wie auf der circa 800 Meter langen Strecke zwischen Dom und St. Maria im Kapitol. Es sind die großen Museen, die bedeutenden Kirchen, das historische Rathaus mit dem Stadtparlament, die Philharmonie und zahlreiche Gedenkstellen, die dieser Idee ein Grundgerüst gegeben haben. Doch auch der Stadtraum dazwischen legt Zeugnis der Geschichte ab, wenn sich hier deutlich spürbar der Maßstab des öffentlichen Raums von dem einer heutigen Großstadt auf die mittelalterliche Ordnung verdichtet.

Mit der Gestaltung und Benennung der Via Culturalis verfolgt die Stadt das Ziel diesen kulturhistorisch bedeutsamen Stadtraum aufzuwerten und ihm ein neues, deutlich erkennbares und ansprechendes Profil geben. Der öffentliche Raum, Wege und Plätze, sollen als räumliches Erlebnis inszeniert werden, auch damit die anliegenden geschichtsträchtigen Bauten - nicht nur die prominenten, auch die kleinen und großen dazwischen - samt ihrer öffentlichen Innenräume deutlicher wahrgenommen werden. Als Ganzes betrachtet soll der im Sinne der Via Culturalis gestaltete Stadtraum das Bewusstsein für die archäologischen Schichten dieses außergewöhnlichen Ortes wecken und diese auch erlebbar machen.

Erste Schritte waren damit getan, dass das Vorhaben mit dem Namen Via Culturalis greifbar und im Masterplan Innenstadt als kurzfristig realisierbares Projekt benannt wurde. In einem interdisziplinären Gutachterverfahren 2013 haben drei Planerteams die Situation analysiert und Maßnahmenkataloge mit einer Vielzahl kleiner und größerer Projekte – darunter zum Beispiel Führungen und Stadtrauminstallationen - und ebenso vielen Akteuren entwickelt, mit denen die Kulturachse im Stadtraum sichtbar und begreifbar gemacht werden kann. Sie dienten auch als Basis für die weitere Formulierung von Aufträgen zur Gestaltung der Via Culturalis.

Mit der Neugestaltung des Kurt-Hackenberg-Platzes durchhaben die Arbeiten zur Konturbildung der Kulturmeile Anfang 2017 begonnen. 2015 konnte sich die Via Culturalis als Nationales Projekt des Städtebaus für die Förderung mit Bundesmitteln qualifizieren. Diese Förderung ermöglichte die europaweite Ausschreibung und Vergabe für die Maßnahmen des Gestaltungsplans "Gesamtraum Via Culturalis" mit Neugestaltung der Gürzenichstraße, die Neugestaltung des Tunnels Johannisstraße und der Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt, die unter anderem auf dieser Webseite zu verfolgen ist.
 


Planungsprozess

Interdisziplinäres Workshopverfahren 2013
Förderung „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“
2016 europaweite Ausschreibung des „Gesamtraums Via Culturalis“ (Gürzenichstraße, Tunnel Johannisstraße, Öffentlichkeitsarbeit)
Teilweise in Umsetzung, teilweise in Vorbereitung

Beteiligte:
Workshopverfahren 2013:
Planungsteam Schilling Architekten BDA (Köln) mit Kress & Adams Atelier für Tages- und Kunstlichtplanung, Köln und Lohaus + Carl Landschaftsarchitekten + Stadtplaner (Hannover)
Planungsteam Schaller/Theodor Architekten BDA (Köln) mit Lichtplanung A. Hartung (Köln), Landschaftsarchitekt Herbert Dreiseitl, Atelier Dreiseitl (Überlingen), Martin Stankowski (Köln) und Professorin Wittfrida Mitterer, Institut für Baugeschichte (Innsbruck)
Planungsteam Hild und K Architekten BDA (München) mit Keller Damm Roser Landschaftsarchitekten Stadtplaner (München) und Professor Manfred Schuller, TU München

Förderprojekt „Nationale Projekte des Städtebaus“:
Stadt Köln
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Förderbaustein Kurt-Hackenberg-Platz: Vogt Landschaftsarchitekten (Zürich/CH)
Förderbaustein Gestaltungsplan Gesamtraum und Neugestaltung Gürzenichstraße: RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten (Bonn)
Förderbaustein Neugestaltung Tunnel Johannisstraße: Ute Piroeth Architektur (Köln), Wolfgang Rüppel (Berlin)
Förderbaustein Begleitende Öffentlichkeitsarbeit: zebralog (Berlin), Urban Media Project (Offenbach)