L.-Fritz-Gruber-Platz


Falls dieser kleine Platz zwischen Nord-Süd-Fahrt und Disch-Haus früher einen Namen hatte, dann haben wir ihn vergessen, erinnern ihn nur als einen dieser anonymen Orte, an denen man gedankenlos Autos und Mülltonnen abstellte. Dass dies nicht immer so war, zeigen die inzwischen denkmalgeschützten Fassaden der 1920er und 1960er Jahre, die durchaus wahrgenommen werden wollen. Erst mit dem Bau des Kunstmuseums Kolumba rückte der Platz als öffentlicher Raum wieder ins Bewusstsein und verlangte nach Gestaltung. Man wollte ihn dem 2005 verstorbenen Kurator, Sammler und Gründer der Photokina Leo Fritz Gruber widmen. Den zur Gestaltfindung ausgelobten Wettbewerb gewannen die Düsseldorfer Landschaftsarchitekten scape mit einem Entwurf, der das Phänomen der Fotografie im Stadtraum sichtbar und die Passanten zu Akteuren in einer vom Zufall choreografierten Szene macht. So sind es nun Licht und Schatten, durch die der L.-Fritz-Gruber-Platz zu einem so außergewöhnlichen Ort wird. In das ortstypische Basaltpflaster ist in der Größe des Platzes eine Fläche aus hellen Betonplatten mit den Proportionen des Kleinbildformats 6:9 eingelegt. Tagsüber lässt nur das in den Boden eingelassene Man-Ray-Zitat vermuten, was hier mit Anbruch der Dunkelheit passieren wird: „Alles kann durch Licht verändert, deformiert oder eliminiert werden. Es ist genauso geschmeidig wie ein Pinsel.“ So wird die helle Fläche zum Träger gestochen scharfer, aber vergänglicher Bilder aus Licht und Schatten, erzeugt von einer in einer Hohlkugel über dem Platz abgependelten Lichtquelle.

Bühne und Parkett, Spielen und Schauen – so funktioniert die Stadt. Und auch das erklärt dieser kleine Platz auf wunderbar anschauliche Weise.
 


Planungsprozess

  • Wettbewerb 2007
  • Fertigstellung 2012

Auszeichnungen Anerkennung Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2017
Beteiligte scape Landschaftsarchitekten GmbH (Düsseldorf), Verkehrsplanung: ISAPLAN Ingenieur GmbH (Leverkusen), Lichtplanung: Burkhard Wand Lichtplanung (Hamburg), Stadt Köln