Opernquartier – Generalsanierung der Bühnen Köln am Offenbachplatz


Im November 2011 beschloss der Rat der Stadt Köln nach einer intensiven und öffentlich geführten Diskussion die denkmalgerechte Sanierung des von Wilhelm Riphahn von 1957 bis 1962 geplante Ensemble aus Opernhaus, Schauspielhaus und Opernterrassen. Im Rahmen dieser Maßnahme soll unter dem Offenbachplatz eine Neue Kinderoper gebaut werden. Der mit Brunnen und farbigen Intarsien aufwendig gestaltete Offenbachplatz (Jürgen Hans Grümme) selbst soll ebenfalls denkmalgerecht saniert und mit neuen Nutzungen belebt werden. Nach einer 2010 beauftragten  Machbarkeitsstudie vergab die Stadt den Auftrag an die Arbeitsgemeinschaft HPP Architekten/theapro, die von dem Büro für Restaurierungsberatung Götz Lindlar Breu unterstützt wird. Ziel der von intensiver Bauforschung begleiteten Baumaßnahme ist es, bauphysikalische, akustische und konstruktive Schwachpunkte der denkmalgeschützten Substanz zu beheben, infrastrukturelle und sicherheitstechnische Defizite zu beseitigen, Barrierefreiheit zu gewährleisten sowie die betrieblichen und künstlerischen Abläufe zu optimieren. Dazu gehört auch die vollständige Erneuerung der Bühnentechnik, durch die die Oper wieder zu der „Illusionsmaschine“ werden soll, die Riphahn einst darin gesehen hatte. Die ehemaligen Opernterrassen wurden erweitert und zum Kleinen Haus umgebaut. Ein filigranes Dach ersetzt die Brücke, die bislang Oper und Opernterrassen verband, die Lesbarkeit der Plätze als Raumkontinuum jedoch erschwerte. Das Dach markiert auch einen Eingang in die neue Kinderoper, ein weiterer befindet sich im Foyer der Oper. Eine als Doppelhelix gestaltete Treppenanlage führt, begleitet von einer Lichtinstallation, unter die Erde, wo der Zuschauerraum der Kinderoper als goldglänzender Zylinder frei in dem zweigeschossigen Foyer steht. Während größere Eingriffe in die Kubatur des Ensembles nur rückseitig durchgeführt werden, profitiert der Stadtraum nicht zuletzt auch durch eine Beruhigung des Verkehrs und eine Begrünung der umliegenden Straßen von der ganzheitlich angelegten Sanierung. Der Offenbachplatz soll künftig möbliert und nach denkmalgerechter Sanierung des mosaikverkleideten Brunnens und des grafisch gestalteten Bodenbelags als ein ansprechender und zum Verweilen einladender öffentlicher Raum wahrgenommen werden.
 


Planungsprozess

  • 2010 Europaweites Ausschreibungsverfahren
  • seit 2010 Planungs- und Bauzeit in Umsetzung

Beteiligte
Arbeitsgemeinschaft HPP Architekten/theapro (Köln), Götz Lindlar Büro für Restaurierungsberatung (Bonn), WES LandschaftsArchitektur (Hamburg), Bühnen Köln, Stadt Köln